Wüstencamping

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Seit dem ich in Afrika ein paar Mal unter freiem Himmel geschlafen habe, bin ich definitiv ein Fan von draussen schlafen. Deshalb war ich wirklich froh, dass es auch in Ägypten die ein oder andere Möglichkeit dazu gibt. Und nicht nur diese All Inklusive-Betonkästen. Und nach all dem Beton in Kairo und den vielen Menschen, war ganz viel Natur auch wirklich bitter nötig.

Die Nacht vor dem Trip habe ich noch einmal in Kairo verbracht. Aber natürlich in einem anderen Hostel. Das Hostel war auf dem Dach eines Hauses, und auf dieses Dach haben sie nochmal eine Dachterrasse gesetzt. Super Ausblick auf Kairo, coole Sitzgelegenheiten inkl. Hängestühle. Und es gab süße Babykatzen, in allen Größen, die waren so niedlich. Nur mein Zimmer war etwas winzig und definitiv nicht besonders gut durchlüftbar. Was blöd ist bei 37 Grad..

Pünktlich um 9 Uhr ging es los gen Bahariyya Oase. Mich würde mal interessieren, welche Vorstellung ihr so von einer Oase habt. Also ich dachte immer, dass das ein relativ kleiner und vor allem grüner Ort mit einer großen Menge an Dattelpalmen, Kamelen und ein paar Beduinen ist. Haha, weit gefehlt. Diese Oase hat ca. 70.000 Einwohner, Kamele hab ich nicht so viele gesehen, dafür aber Autos und Mopeds. Und massenweise Dattelpalmen und ja, leider auch einen Haufen Müll. Dahin war sie meine naive oasische Weltvorstellung.

In Ägypten gibt es übrigens fünf Oasen, die Bahariyya Oase ist die Größte. Bekannt ist natürlich die Siwa Oase. Und dann gibt es noch Dakhla, Farafra und Kharga. Falls das jemanden interessiert. 🙂

Nach einem Mittagessen ging es dann in mein zukünftiges Auto, einen Toyota Landcruiser, 4*4. Falls jemand so einen abzugeben hat, bitte melden. Jaaa, schon klar, Wunschdenken. Aber träumen wird man ja noch dürfen, oder? Ingo habe ich schon für meinen Automechanikkurs eingeplant. Weiß er nur bis jetzt noch nicht. 🙂

Aber zurück zu den irdischen Dingen. In der Oase haben wir Mohamed kennen gelernt. Mohamed kommt direkt aus der Oase und er steht hinter Jimmy Egypt Safari. Mohamed ist ein super netter Typ, spricht gutes Englisch und gibt alles um seinen Gästen ein gutes Erlebnis zu bieten. Nachdem unser Zeug in den Landcruiser umgeladen wurde, ging es also mit einiger Verspätung los. Denn unser vorheriger Fahrer hatte es etwas mit der Pause übertrieben. Das ist aber eigentlich immer so. Egal ob Auto- oder Busfahrer, immer machen sie ewig lange Pausen und man steht sich dann da die Beine in den Bauch. Ich glaube aber, dass dies in den meisten Fällen nur die Touristen nervt. Oder auch nur mich. Die Ägypter kaufen die halbe Raststätte leer, rauchen den Parkplatz voll und zelebrieren das Essen aus Plastikschalen. In unserem Fall war es weniger das Essen als mehr die Beterei. Es war ja Freitag, da gibt es die Freitagsgebete. Nun denn, ich habe mich die komplette unfreiwillig lange Pause super mit Lama (ja, das ist ein Frauenname) unterhalten. Sie kommt aus Kairo, war auch allein dabei und wir haben uns direkt hervorragend verstanden. Die anderen beiden, die dabei waren, waren irgendwie nicht so richtig anwesend. Sie hat so gut wie kein Englisch gesprochen und zusätzlich hatten beide wenig Interesse daran, sich zu unterhalten. Ich war also wirklich froh, dass Lama da war und sowohl Mohamed als auch Mahmoud gesprächig waren. Also wir hatten Spaß..

Unser erster Stop hat uns in ein Beduinendorf geführt, um dort in einer kalten Quelle zu plantschen. Jetzt stellt euch das nicht klein und romantisch vor. Auch die haben Häuser und Motorräder, keine Zelte und Kamele. In der ganzen Oase gibt es diese Quellen, sowohl heiße als auch kalte. Aufgrund der Außentemperatur war diese Quelle aber eher warm als kalt. Das Wasser wird zumeist mit der Energie kleiner Solaranlagen hochgepumpt und dann in so ein kleines Betonbecken geleitet. In dem haben wir dann gebadet. Soll angeblich sehr gesund sein. Naja, weiß man nicht so genau. Auf jeden Fall gesund und vor allem lecker war die Melone. Und Beduinentee gab’s auch.

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White Desert

Anschließend ging es weiter Richtung Weiße Wüste. Sie unterteilt sich in den alten und den neuen Part. Der alte Part ist nicht ganz so weiß und sieht ein bißchen so aus wie eine Mondlandschaft. Bevor wir aber dort angekommen sind haben wir uns auf einer Düne in Sandboarding versucht, natürlich völlig ungefährlich sitzend. Die Düne wieder hoch gehen war allerdings äußerst gefährlich. Wenn man das zu oft macht, bekommt man 100 %ig einen Hitzschlag und vorher Atemnot. Zumindest der gemeine Mitteleuropäer. Oder einfach auch nur ich.

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Anschließend haben wir Sonnenuntergang geguckt und sind dann in die Weiße Wüste eingetaucht. Die Wüste war nämlich mal ein Ozean, also vor ewigen Zeiten. Möglichst weit weg von allen Anderen haben wir dann gestoppt und das Camp errichtet. Wobei wir daran nicht wirklich viel Anteil hatten, Mohamed and Mahmoud haben alles erledigt, Hilfsangebote wurden freundlich, aber bestimmt abgelehnt.

Es war so schön herrlich, einfach ruhig und gemütlich, wie Outdoor-Camping eben so ist. Wir haben gequatscht, sehr gut gegessen und Sterne geguckt. Und dann haben wir auch noch Besuch von einem Wüstenfuchs bekommen, die sind mini und haben seehr lange Ohren. Und als der Mond sich dann endlich mal „um die Ecke“ verzogen hatte, konnten wir noch mehr Sterne und Sternschnuppen und Milchstraße gucken. So schön.

Und dann hatte ich ein Deja-Vu.. Ich hatte mich aufgrund meiner vorherigen Erfahrung extra vorher vergewissert, ob mein spanischer Mitreisender auch nicht schnarcht. „Nein, nein, auf keinen Fall.“ Tja, weit gefehlt. Er hat sogar ziemlich laut geschnarcht.. und ich mich gefragt, wie seine Freundin das noch nicht mitbekommen haben konnte. Zum Glück waren meine Ohrstöpsel nicht sehr weit..

Ich gehöre ja nun nicht gerade zu den Frühaufsteherinnen, aber in Afrika ticken die Uhren anders. Also bin ich um 5 Uhr aufgewacht, ganz ohne Wecker, und war bereit für den Sonnenaufgang. Immer wieder gut und meines Erachtens schöner als der Sonnenuntergang. Anschließend gab es Frühstück und dann gings weiter. Ach ne, gar nicht wahr. Erstmal mussten alle warten, damit ich eine Runde mit „meinem“ zukünftigen 4×4 drehen konnte. Jeder fängt ja mal klein an. Ich glaub Mahmoud war nicht ganz wohl bei der Sache, er hat lieber Mohamed die Rolle als Beifahrer überlassen. 🙂

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Nächster Stop waren die wirklich witzigen Felsformationen der Weißen Wüste. Mindestens ein vom Winde verwehter Hase, eine Sphinx, ein Huhn und ein Pilz, ein Pferd, ein Kamel.. was auch immer die Fantasie so hergibt. Ich sehe ja auch ein Gesicht im (Voll-)Mond. Ihr auch?

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Im Programm war auch noch ein Besuch beim Chrystal Mountain und das Kraxeln auf einen Berg, um einen guten Überblick über die Black Desert zu bekommen. Die spanische Fraktion hat sich ausgeklinckt, also sind nur Lama und ich los. War anstrengend, aber hat sich gelohnt. Der Ausblick auf die riesigen vulkanischen Maulwurfshügel war super:

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Der Chrystal Mountain war auch ganz cool. Es gab da wohl mal eine Höhle mit Stalagmiten und Stalaktiten, die aber zusammen gefallen ist. Die Kristalle sollen zwölf verschiedene Farben haben. Hab ich jetzt nicht entdeckt, aber das mag auch an meinen nicht vorhandenen Fachkenntnissen über Farben liegen. Interessant war es aber allemal.

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Und noch eine Nacht Camping

Weil ich gerade so im Camping-Flow war, habe ich spontan noch eine Nacht Camping dran gehängt. Aber erstmal ging es ein wenig durch die Oase. Ich habe eine Dattelpalmenplantage besucht und dabei u.a. gelernt, dass Dattelpalmen erst heiraten dürfen, bevor sie (Baby-)datteln machen (dürfen). Da fragt man sich, wer von wem abgeguckt hat. Die Menschen von den Dattelpalmen oder die Palmen von den Menschen? Ich sage bewusst nicht von den Ägyptern, diese Regelung gibt es ja nun auch anderswo und auch in anderen Religionen. Ich frage mich nur, ob die Datteln auch in der Lage sind, diese Regeln ab und an zu umgehen!? Hmmm.. Und dann auch noch alles arrangiert. Dattelpalme 1 mit Dattelpalme 13 usw. Und wenn sie erstmal verheiratet sind, können sie dann noch „wechseln“? Gut, auf dieses Themen gehe ich jetzt mal nicht weiter ein. Aber auch muslimische Menschen sind nur Menschen und keine Heiligen. Soviel mal dazu.

Die Oase hat auch zwei Salzseen, quasi einen alten und einen neuen. Wir waren an dem alten, der zuerst als Salzabbaugebiet herhalten musste und nun aber nur noch dazu benutzt wird, Zugvögel abzuschießen. Laut Mohamed aber nur, was anschließend auch verzehrt wird. Na, da bin ich mir nicht so sicher, ob das auch stimmt..

Dann gibt es doch tatsächlich einen Berg, der Pyramid Mountain heißt, welch ein Zufall, Pyramiden, Pyramidenberg… Auf dem Weg dahin sind wir durch eine (ich bin nicht ganz sicher) alte Ausgrabungsstätte gefahren, in der es früher vermutlich Siedlungen und Gräber gab und nun noch einiges an Tonscherben zu finden ist. Und ganz viele so kleine Muscheln. In der Nähe von dem Berg wurde laut Mohamed auch ein riesiges Dinosaurierskelett gefunden. Das weilt jetzt in einem Museum in Kairo. Skelette gab es trotzdem, allerdings von Rindern. Und zwar so einige. Stirbt einem Farmer in der Oase ein Tier weg, wird es einfach ein paar Meter außerhalb abgelegt, Ende der Geschichte. Ja, das Leben kann so einfach sein. Wahrscheinlich heißt das Tal in 1.500 Jahren dann Death Cattle Mountain Valley oder so.

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Nebem dem Berg, der aussieht wie eine Pyramide, gibt es auch einen englischen Berg. Der heißt so, weil die Briten im 1. Weltkrieg dort ihren Ausguck hatten, um die gegebenenfalls herannahenden Deutschen rechtzeitig zu erspähen. Der Hügel an sich war nicht spannend, aber der Ausblick auf die Oase ganz gut.

Mohamed hatte einen bestimmten Platz für unser Camp im Sinn, aber der Weg dahin war gar nicht so leicht. Irgendjemand hatte nämlich die „Straße“ blockiert und beschlossen, eine Granatapfelplantage in die Wüste zu setzen. Jeder macht hier, was er will.

Nachdem wir im wahrsten Sinne über Stock und Stein gefahren sind, haben wir uns danach erstmal im Sand fest gefahren. Ohne stecken bleiben wäre es aber defintiv auch nur der halbe Spaß und Mohamed kam mir vor, als wüsste er, was er da tut. Der auserwählte Platz war auf jeden Fall die Umwege wert. Nur die Plantagenlichter waren etwas störend. Und der Mond hatte über Tag auch zugenommen, vermutlich zu viel Konsum von wer weiß was, und hat alles hell ausgeleuchtet. Doof, nichts mit Sterne gucken. Aber ich war auch echt platt. Ich habe es vor dem Essen gerade noch einen kleinen Teil der Düne hoch geschafft und dann war vorbei.. Gute Nacht.

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Hilfsarbeiterinnentechnisch hat es diesmal übrigens immerhin zum Gemüseschnippeln gereicht. Das ist ein Fortschritt. Falls jemand mal Lust auf einen 3-4 Tagestrip in der Wüste hat, bitte melden. Ich gedenke dann, mich zum Sous-Chef hochzuarbeiten.

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