Thailand: Bangkok und Kanchanaburi

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Bangkok

Obwohl ich wusste, dass mir die Taucherei fehlen wird, habe ich mich auf Bangkok, die asiatische Großstadt, gefreut. Für mich sollte es das erste Mal sein. Der Hype um Thailand und um Bangkok musste ja irgendwo auch seine Berechtigung haben. Und tatsächlich fand ich Bangkok nicht schlecht. Allerdings muss ich zu bedenken geben, dass ich noch nicht in so vielen asiatischen Großstästen war. Hm, Ho Chi Ming, Colombo, Male zählt auch nicht, wenn es die am dichten besiedelste Insel der Welt ist.. Singapur und KL sollten noch folgen, aber daraus wurde ja nun zunächst einmal nichts.

Am Flughafen in Bangkok angekommen haben mich sehr gute Instruktionen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu meinem Hostel geführt. Das hat alles wunderbar geklappt. Kurzes Umstellen auf die neue Währung, diesmal hatte ich mir sogar online vorab so eine kleine Umrechnungstabelle besorgt. Mein Hostel lag super nah an der Metrostation und eben in Reichweite beider Flughäfen, wunderbar. Denn ich hatte tags drauf abends ein Date – mit Annika (und Tim). Die beiden waren auf dem Nachhauseweg und hatten einen kurzen Aufenthalt am Flughafen. Wäre ich nicht auf die Malediven geflogen, hätten wir vielleicht auch den ein oder anderen Tag miteinander verbracht. Irgendwo auf einer Insel im Südosten Thailands. Von denen ich am Ende übrigens keine einzige gesehen habe.. Shit happens.

Annika und Tim hatten netterweise ein paar Sachen für mich im Schlepptau, eine riesengroße Flasche Sonnencreme, die in Asien entweder sauteuer und/oder mit Weißmachern versehen ist.., wirkendes Mückenspray und noch ein paar Kleinigkeiten. Und ich hatte auch einen Büddel mit ein paar Dingen dabei, die in meinem Rucksack als Übergepäck mitgeführt wurden. Die asiatischen klimatischen Bedingungen sind wirklich ganz anders als in Afrika und man brauht nicht so viel warmes Zeug und auch keine schweren afrikanischen Kleider.. Und Geschenke waren auch dabei. Neben einem mit Elefanten – ABC bedruckten Vic Falls T-Shirt für Helena waren dabei auch last minute auf Sri Lanka erstandene Kleinigkeiten. Ansonsten habe ich mich mit Krams kaufen wirklich komplett zurück gehalten, muss ja alles nur geschleppt werden und verstaubt dann später auf irgendwelchen Regalen.

Auch wenn das Wiedersehen super kurz war, war es total schön. Als hätten wir uns gestern erst gesehen. 🙂

Und anschließend hatte ich sogar noch ein Date – diesmal mit Denise. Die Denise, die ich auf Sri Lanka kennen gelernt habe. Sie ist am gleichen Tag wie ich in Bangkok angekommen und hat die ersten beiden Nächte bei dem Vater einer Bekannten verbracht, in so nem fancy Hochhaus mit Pool und Gym, schätze, so ähnlich wie später meins in KL. Anschließend ist sie in mein Hostel umgezogen. Das war relativ modern, hatte schöne große Betten mit Plug – In und Lampe und Vorhang. Also alles, was das Herz begehrt. Witzig war auch, dass es für jede*n ein kleines Körbchen gab, in dem die Utensilien fürs Bad zwischen eben diesem und dem Zimmer hin und her transportiert werden konnten. Sehr praktisch. Und es gab Wasserspender anti Plastikflaschen, immer noch nicht überall selbstverständlich. Allerdings war es etwas kommunikationsarm. Neben mir waren dort vor allem Asiat*innen, die entweder nicht sonderlich gesprächig waren, zumindest nicht auf englisch, oder einfach nur sehr zurückhaltend. Weiß man nicht, vermutlich eine Mischung aus beidem.

An Abend meiner Ankunft habe ich übrigens mein „erster Abend im neuen Land local Bier-Ritual“ zelebriert. Schmeckt nicht soo schlecht, das Chang. Vorher habe ich mir noch voller Erwartungen Jackfrucht an so einem Stand gekauft, aber die schmeckt in Afrika frisch vom Baum und ohne Plastikverpackung einfach zehn Mal besser. Im Restaurant gab es dann grünes Curry und das bereits erwähnte Chang. Am Nebentisch saß ein älteres Pärchen, mit dem ich ins Gespräch gekommen bin. Aus den Staaten. Er ist Musiker und hat berichtet, dass er morgen in einer Bar spielt. Und genau dort habe ich mich mit Denise getroffen, auf ein paar Bier. War witzig und endlich mal wieder eine richtige Bar 🙂

Die nächsten zwei Tage haben Denise und ich Sightseeing gemacht, aber eher gemächlich. So richtig einen Plan hatte ich auch hier nicht und Denise anscheinend auch nicht. Glücklicherweise habe ich Freunde, die schon ein paar Mal in Bangkok waren und mir einfach schnell mit einer kurzen Whatsapp-Auflistung weiter geholfen haben. Danke, Adrian. Es folgten also eine Fährfahrt auf dem Chao Praya, ein Marktbesuch mit leckerem Pad Thai von unserer Lieblingsomi irgendwo (fast) an der Endstation der Fährlinie, ein Besuch des Grand Palace und des Tempels Wat Pho, des Blumenmarktes und der Khaosan Road am Tag (hat gereicht..). Auf einem Nachtmarkt waren wir auch. Nur in eine Rooftopbar haben wir es nicht geschafft. Leider.

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Zwischendurch war ich auch bei meiner ersten Thaimassage in Thailand. Die erste war super, aber bei einer anderen Dame dann nicht mehr so der Knaller. Als ich zwei Wochen später noch einmal in Bangkok war, hat mir eine Thai Dame so doll auf irgendeinem Knoten zwischen Schulter und Wirbelsäule rumge- hm, kratzt, dass ich hinterher eine Wunde hatte.. Oh man, aua. Bei diesem zweiten Besuch habe ich mir übrigens auch noch den Lumphini Park mit den Leguanen angeguckt.

Bangkok hat mir erstmal gut gefallen, es war ordentlich was los. Ich hatte mich ja auch so auf das Essen gefreut und habe auch dieses typische Großstadt-Gewusel mit lauter kleinen Läden und Straßenständen ein bißchen vermisst. Aber es ist unglaublich, wie alles zehn Mal in Plastik eingewickelt verkauft wird. Und wie das Gros der Tourist*innen sich nicht scheut, diese Produkte zu konsumieren. Und auch wenn ich vorgewarnt war, fand ich das Essen ganz schön teuer, für asiatische Verhältnisse. Also besonders günstig ist Thailand nun nicht (mehr). Kommt natürlich wie immer darauf an, wo man sich aufhält oder wie gut man sich auskennt..

Kanchanaburi

Anyway, als nächstes ging es gen Norden bzw. Nordwesten – nach Kanchanaburi. Zusammen mit Denise bin ich im Taxi einmal durch halb Bangkok gefahren. Obwohl wir zu einem stinknormalen Bahnhof wollten, hatte der Fahrer nicht so den Durchblick und ist erstmal in die andere Richtung gefahren. Da wir aber nebenbei unsere Karte angeschmissen hatten, konnten wir noch rechtzeitig eingreifen. Die Zugfahrt war super entspannt und so herrlich normal, nicht wie im Tourizug auf Sri Lanka, den ich ja wegen Überfüllung der anderen Züge nehmen musste. In Kanchanaburi angekommen, waren es nur ein paar Minuten zu Fuß zum Hostel. Das war winzig, aber vollkommen in Ordnung. Interessanterweise waren Küche und Bad eins – das hatte ich auch so noch nie.

In Kanchanaburi wollten wir etwas der Großstadt entfliehen und auch den Weg nach Norden abkürzen. Hm, hat sich so semi gelohnt, sag ich mal. Dort gibt es eine berühmte Eisenbahnbrücke, die aber wohl eher aufgrund der Geschichte und nicht aufgrund der tollen Brücke interessant ist. Anders als auf Sri Lanka, wo die Brücke selbst ein Hingucker ist.

Die Brücke am Kwai ist vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff, als Buch oder als Film. Die Brücke wurde im 2. Weltkrieg von den Japanern im Rahmen einer Bahntrasse von Burma (Myanmar) nach Thailand als Abkürzung des Weges nach Indien erdacht, hätte man ansonsten mit dem Schiff einmal ganz um Malaysia und Singapur rum gemusst. Gebaut wurde die Trasse hauptsächlich von asiatischenZwangsarbeitern und europäischen und australischen Kriegsgefangenen. Von denen beim Bau schon Tausende umgekommen sind. Und nicht nur wegen der anhaltenden Angriffe der Alliierten aus der Luft. Die Strecke wird auch Death Railway genannt..

Auf dem Weg zu der Brücke sind wir die „Hauptstraße“ von Kanchanaburi entlang gelaufen. Links und rechts gab es Restaurants und Bars und das volle Thailand-Klischee zu sehen: Ältere Herren mit sehr viel jüngeren Damen.. Insgesamt war der Ort wenig aufregend. Wir sind einmal über die Brücke gelaufen und haben uns auf der anderen Seite am Ufer eine Kokosnuss gegönnt. Strohhalm? Nein, danke. Als ich sie anschließend gebeten hatte, uns die Kokosnüsse aufzuschneiden und einen Löffel aus der Kokosnus heraus zu schneiden (das geht nämlich ganz hervorragend) hat sie etwas hilflos geguckt. Na, dann wohl nicht. Nachdem das Fruchtfleisch herauslösen mit meinem Göffel nur so halb geklappt hat, hat sie mir aber einen „echten“ Löffel geliehen. Geht doch.

Irgendwann haben die Mücken uns aber zu doll geärgert und wir haben den Rückweg und die Suche nach einem Restaurant angetreten. Anschließend ging es zurück ins Hostel. Zum wohlverdienten Schlaf. Am nächsten Tag wollten wir nämlich fürh hoch und mit dem Bus zum Erawan Nationalpark fahren und dort den Wasserfall erklimmen.

Bus No. 8170 war zwar schon seeeehr altersschwach (und war mit sehr schönen Deckenventilatoren versehen), aber hat uns trotzdem direkt vor die Tür des Parks gebracht. Der Erawan Nationalpark bietet neben dem Wasserfall noch ein paar andere Aktivitäten: Man kann dort campen und wandern und es gibt einige Höhlen zu erkunden. Wir haben uns mit dem Wasserfall begnügt. Die Fälle bestehen aus sieben Stufen, wegen derer er Erawan genannt wurde. Erawan ist der Elefantengott, der mit sieben Rüsseln das Wasser der Unterwelt aufsaugt und wieder versprüht. Hab ich gelesen..

Auf dem Weg nach oben (ca. 1.500 m) musste teilweise ganz schön balanciert und gekraxelt werden. Oben angekommen haben wir uns deshalb erstmal ein abkühlendes Bad gegönnt. Eindeutig ist die siebte Stufe die schönste, aber auch auf der zweiten und dritten Stufe bietet sich ein Bad an. Leider ist die siebte Stufe aber eben auch voller Instagram – Leute, die 15 Minuten brauchen, um ein Foto zu machen. Ein „ohne Menschen – Foto“ kann ich hier daher nicht zeigen.

Im Wasser waren super viele so Knabberfische, die waren recht rabiat. Das sind diese kleinen oder in diesem Falle auch größeren Fische, die an den Füßen rumknabbern und einen von lästiger Hornhaut befreien. Andere Leute bezahlen dafür viel Geld (Fisch Spa). Aber muss man auch aushalten können, die größeren Fische „knabbern“ durchaus etwas stärker.. 🙂

Schön fand ich auch das Plastikkrokodil, das ein Vater mit seinem Kind dabei hatte. Da wurden Erinnerungen wach. Genau so eins hatten wir früher auch mal. Nur bin ich nicht sicher, ob der Delfin oder das Krokodil damals in Marbella von unserem Balkon gefallen und dann in der Palme verendet ist.

Während wir auf den Bus gewartet haben, haben wir uns einen Eis-Kaffee gegönnt, gabs leider nur to go, aber immerhin aus Öko und ich habe auch Papierstrohhalme entdeckt. Thumbs up!

Abends ging es dann auf den Nachtmarkt von Kanchanaburi. Es musste dringend etwas zu essen her. Der Markt war super, wir haben verschiedene Kleinigkeiten als Vorspeise getestet und uns dann an einem Stand nieder gelassen. Gegessen haben wir eine Art Suppe (in pinkisch, siehe Foto), den Namen habe ich leider vergessen. Das war super lecker und total günstig, vergleicht man mit den Restaurants hier oder den Märkten in Bangkok. Nachtisch war da auch noch drin. Neben dem Essen gab es noch alles mögliche andere zu kaufen. Unter anderem farbige Kontaktlinsen. Ich schwöre, nächstes Mal kaufe ich mir so welche. Die hatten alle Farben und es gab sogar einen Katalog.

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Am nächsten Tag sollte es dann auch schon weiter nach Norden gehen, nach Chiang Mai. Etwas Diskussion gab es vorher aber noch über die Art der Busfahrt, am Tag oder über Nacht. Denise war für am Tag, ich für über Nacht. 12 Stunden Busfahrt am Tag ist mal echte Zeitverschwendung und müde ist man später trotzdem. Tja, ich habe mich aus im Nachhinein unerklärlichen Gründen einverstanden erklärt und wir sind über Tag gefahren. Das ausgewählte Hostel haben wir noch gemeinsam erreicht, aber am nächsten Tag haben sich unsere Wege mehr oder weniger ohne weitere große Worte darüber getrennt. Es hat dann wohl doch nicht so gepasst, wie wir dachten. Aber auch das gehört dazu. Reisebekanntschaften kommen und gehen, selbst die, mit denen man sich in einem anderen Land gezielt noch einmal wieder trifft.

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